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Bin ich, wer ich bin?

03.02.14 by Charly Speaks

Akzeptieren Sie sich? Sehen Sie sich als Ebenbild Ihres Selbstbildes? Glauben Sie wirklich, dass Sie bei anderen so ankommen, wie Sie glauben zu sein? Wiedermal ein spannendes Thema, dass mir da ins Hirn geflattert kam.

Ich denke, dass jeder ein eigenes Bild von sich hat. Selbstbewusste und ehrliche Menschen lernen schneller, dass sie Fehler an sich haben könnten, als die, die sich immer nur so sehen wie ihr naives Köpfchen ihnen vorgaukelt. Die meisten Menschen kann man meiner Meinung nach in zwei Gruppen unterteilen.

Die erste Gruppe denkt sie sei perfekt.

Alle Handlungen scheinen gut durchdacht und Fehler sind nun mal auch nur menschlich. Ihr Aussehen und ihr Verhalten ist in voller Übereinstimmung mit dem Bild in ihrer Vorstellung.

Es gibt ab und zu kleine Makel zu bemängeln, aber nichts, was nach außen hin so wirken könnte, als wären sie nicht von sich selbst überzeugt. Die Personen dieser Gruppe kommen sehr gut mit sich selbst klar. Sie leben und lassen leben. Sie genießen es regelrecht, sie selbst zu sein. Diese Menschen wirken nach außen hin jedoch recht schnell überheblich, arrogant oder selbstverliebt. Geübte Selbstbetrüger kommen auch selbstbewusst und unverschämt perfekt rüber.

Aber enge Bekannte, Freunde und Verwandte sehen die Fehler, die Fremde unter der perfekten Fassade niemals entdecken könnten! Ab und zu sollten sie sich doch fragen, ob all ihre Handlungen so richtig waren, oder ob sie das ein oder andere hätten ändern sollen. Vielleicht wirken sie auf andere nicht so, wie sie glauben. Ist man mit sich selbst vollends im Einklang, kann das einerseits sehr gut sein, weil man seine innere Mitte gefunden hat, was wirklich nicht viele schaffen. Aber andererseits kann das auch heißen, dass man vielleicht selbst mit sich zufrieden ist, andere es aber weniger sind.

Klar soll man sich nicht immer nach dem richten, was andere denken, aber manchmal tut es dem Leben ganz gut, mal auf die Sicht anderer einzugehen. Sind Sie selbst also mit sich selbst im Reinen und fühlen sich in Ihrer Haut größtenteils pudelwohl, dann fragen Sie mal andere Menschen, was die in Ihnen sehen.
Es könnte etwas unangenehm für Sie selbst werden, sicherlich, aber auf der anderen Seite umso angenehmer für die anderen und für Sie selbst, wenn Sie merken, dass Sie mit neuen Verhaltensweisen manchmal viel weiter im Leben kommen, als mit den bisher angeeigneten.

Die zweite Gruppe bilden die Menschen, die an sich selbst immer und immer wieder neue Mängel finden.

Man könnte diese Menschen auch als ewige Egopessimisten bezeichnen. „Ich bin zu fett“, „Ich bin zu unfreundlich“, „Ich bin nicht so beliebt wie andere“ …. und so weiter. Diese Menschen haben es nicht leicht im Leben.

Ganz anders als die Angehörigen der ersten Gruppe sind sie mit sich selbst nicht im Einklang. Viel mehr noch befinden sie sich im ewigen Krieg mit sich selbst. Auf die Außenwelt wirken sie oft schüchtern, in sich gekehrt, traurig und vielleicht sogar depressiv, aber auch selbstkritisch und ehrlich.

Anders als die erste Gruppe hat die zweite kein Problem damit, sich selbst Fehler einzugestehen. Doch, Vorsicht! Nicht alles, was auf einen selbst schlecht wirkt, ist es auch gleich! Wir orientieren uns viel zu sehr an den Medien, an verschönten Fotos, an immer-bunten Filmen und den angeblich so perfekten Menschen der ersten Gruppe. Doch wir sehen gar nicht mehr die Realität! Wir sehen uns selbst nicht mehr in dem Gewusel.

Wer legt denn fest, was heutzutage schön ist? Was richtig ist und was nicht?

Ein bisschen Kritik an sich selbst zu üben ist gar nicht mal so schlecht, aber übertreiben sollte man es nicht. Eine Orientierung an Medien ist kein guter Anfang.
Beide Gruppen müssen sich darüber im Klaren sein, was sie selbst wollen und was ihre Umwelt in ihnen sieht. Die Frage „Bin ich hübsch?“ sollte dabei nicht über unser Leben bestimmen. Vielmehr sollte man auf soziale Kontakte eingehen und sich Fragen stellen, wie „Was will ich mit meinem Leben anfangen?“, „Was will ich erreichen?“ und „Was muss ich dafür tun?“.
Sollten Sie jedoch zu der Antwort gelangen, dass Sie Drogendealer im großen Stil werden wollen, muss ich Sie nun darauf hinweisen, dass Sie eindeutig zur ersten Gruppe zählen und Ihre Verhaltensweisen und generell Ihre Denkweise überdenken sollten.

Naja, alles in allem wollte ich damit nur den Unsicheren klar machen, dass es keinen Grund für Unsicherheit gibt, es sei denn, sie leben nicht so, wie sie es eigentlich wollen.

Sind Sie mit sich selbst im Reinen und auch mit ihrer Umwelt, dann können Sie nun getrost weiter auf YouTube rumlungern. Haben Sie jedoch Selbstzweifel oder halten Sie sich für durch und durch perfekt, sollten Sie dringend die rosa Brille abnehmen und den Artikel noch einmal gründlicher lesen!

Charly

 


1 Kommentar »

  1. Kalle D. Stroyer sagt:

    Interessante Gedankenführung! Ich frag mich bloss immer – warum muss das so sein, wie es ist? Und wer ist dafür verantwortlich?

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